Deutsches Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim

Das Deutsche Nationalitätengymnasium und Schülerwohnheim, das nicht nur im Bezirk, sondern in ganz Budapest das einzige Gymnasium mit einem ausschließlichen Nationalitätenprofil ist, versorgt seit 1990 Bildungs- und Lehraufgaben. Es funktioniert als zweisprachiges Nationalitätengymnasium mit 5 Jahrgängen und mit einer Schülerzahl von ca. 300 Schülern. Es ist landesweit eine anerkannte, niveauvolle Bildungseinrichtung.
Der Name unserer Schule (Deutsches Nationalitätengymnasium) wiederspiegelt gleichzeitig unser Programm und unsere Zielsetzungen. Die Institution versorgt Aufgaben im Bereich „Bildung und Erziehung“ der ungarndeutschen Minderheit (Schüler im Gymnasialalter). Eine ihrer Grundaufgaben und Verpflichtungen ist im Bereich der Erziehung (neben den allgemeinen pädagogischen Aufgaben) die Bewahrung und Weitergabe der ungarndeutschen Traditionen, das Erwecken und Wachhalten des Nationalitätenbewusstseins.
Zusammenarbeit mit den deutschen Selbstverwaltungen, Organisationen, mit der Deutschen Selbstverwaltung Pestelisabeth
Im pädagogischen Programm bzw. im jährlichen Arbeitsplan der Schule betrachten wir die aktive Teilnahme am kulturellen gesellschaftlichen Leben der Minderheit als eine wichtige Aufgabe. Seit dem 1. September 2015 ist die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) der Schulträger.
Mit der Minderheitenselbstverwaltung Budapest (die früher im Bezug der Schule als rechtlich zuständige Nationalitätenvertretung galt) haben wir eine enge Arbeitsbeziehung ausgebaut. In unserer Schule organisieren wir gemeinsam mehrere Veranstaltungen (besonders in den Bereichen Kultur und Bildung), und unsere Schüler sind auch aktive Teilnehmer von vielen – von der Selbstverwaltung veranstalteten – Programmen. Unsere Schule dient jedes Jahr als Austragungsort des (mit der Jahreseröffnungsfeier der Nationalitätenschulen zusammengezogenen) Europa-Tages der Deutschen in Budapest, bzw. des Deutschsprachigen Landestheaterfestivals und Landes-Rezitationswettbewerbes.
Auch mit anderen Minderheitenselbstverwaltungen der Region bzw. des Bezirks pflegen wir aktive Beziehungen, besonders hervorzuheben ist hier die Deutsche Selbstverwaltung von Pestelisabeth.
Unsere Schüler und – als Mitglieder der Jury – unsere Lehrer sind regelmäßig Teilnehmer der deutschsprachigen Rezitationswettbewerbe des Bezirks.

Auf Einladung tragen unser Chor bzw. unsere Tanzgruppen zum Programm des Weinlesefestes bei, oder betätigen sich im Rahmen von gemeinnütziger Arbeit auf den Veranstaltungen.

2013 haben wir uns dem Aufzug anlässlich des Martin-Tages angeschlossen. Wir besuchen gegenseitig die Veranstaltungen der Anderen, so z.B. den Schülertag, die Weihnachtsfeier, den Schwabenball und das Jubiläumsfest.
Die Deutsche Selbstverwaltung von Pestelisabeth unterstützt nicht nur mit persönlicher Teilnahme, sondern auch mit finanziellen Mitteln das Zustandekommen unserer traditionsbewahrenden Programme, so z.B. unser Volkskundecamp in Litowr, Hartian oder Hartau, oder die Verwirklichung der Fortbildung unseres Lehrerkollegiums in Hartau.


Dank der Organisation der Deutschen Selbstverwaltung Pestelisabeth erhalten jedes Jahr einige Lehrer von uns die Möglichkeit, den Adventsmarkt in Wien zu besuchen.
Unsere Schulleiterin, Frau Ildikó Tápai, ist Mitglied des „Vereins für Traditionsbewahrung” im Bezirk: auf den gemeinsamen Programmen verstärken wir unsere Zusammenarbeit im Interesse des gemeinsamen Zieles. 2015 erhielt die Dramapädagogin und Wohnheimsleiterin unserer Schule, Frau Fanni Örkényi, den Preis „Für die Deutsche Kultur von Pestelisabeth”. Sie trägt mit Auftritten der Theatergruppe, mit der Vorbereitung von Rezitatoren und anderen Auftretenden zu der niveauvollen Abwicklung der Veranstaltungen des Bezirks bei.

Wir haben eine enge Beziehung mit der József Attila Nationalitätengrundschule des XX. Bezirks. Ihre Schülerinnen und Schüler nehmen als Publikum regelmäßig am Deutschsprachigen Landestheaterfestival teil, das traditionell in unserer Schule veranstaltet wird, bzw. an anderen Veranstaltungen, wie z.B. das Adventskranzbinden. Unsere Schüler treten – auf Einladung – auf den Veranstaltungen der Grundschule auf: als Tanzgruppe, Chor, als freiwillige Schülerhelfer, sie geben Nachhilfestunden oder betätigen sich nach Wunsch im Rahmen der Gemeinnützigen Arbeit.

Mehrere unserer Schüler sind Mitglieder der örtlichen Nationalitäten-Kulturgruppen. Diese Tätigkeit wird von uns anerkannt und unterstützt. Die regelmäßigen Auftritte unserer Klassen und Kulturgruppen auf dem Lande tragen dazu bei, eine gute Beziehung mit den örtlichen Selbstverwaltungen zu pflegen.
Mehrere unserer Schüler sind auch Mitglied in der GJU (Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher), so ergibt sich die Möglichkeit, das gesellschaftlich-politische Leben kennenzulernen und in der Tätigkeit der Jugendorganisation mitzuwirken.
Traditionspflege in den Alltagen, an den Veranstaltungen, Feiern und Festen der Schule
Wir vermitteln unseren Schülern sowohl im Unterricht, als auch in den außerunterrichtlichen Programmen fortwährend tiefgreifende, detaillierte Nationalitäten-Inhalte. Von den möglichen Unterrichtsformen der Nationalitätenbildung verläuft in unserem Gymnasium die sog. „zweisprachige Form“. Demzufolge lernen unsere Schüler viele Fächer auf Deutsch (so z.B. Geschichte, Geografie, Deutsche Literatur, Medien, Ethik, Philosophie, Informatik, Mathematik, teilweise Sport und Musik). Es ist ihnen ganz natürlich, dass sie in ihren Notizen, in ihren Antworten die deutsche Sprache verwenden; im letzten Jahrgang bereits auf hohem, literarischem Niveau. In den „Deutschen Literatur“-Stunden bearbeiten sie die Werke der bekanntesten deutschen und ungarndeutschen Autoren in der Sprache der Minderheit.
Die Nationalitäten-Erziehung / Bildung unserer Schüler ist auch (als Fach „Volkskunde“) durch das Einbauen im Stundenplan garantiert, die alle Schüler vom 9-12. Jahrgang in einer Stunde pro Woche lernen. Das Niveau bzw. das Interesse für dieses Fach zeigt sich auch in der hohen Zahl der Schüler, die das Fach Volkskunde als Abiturfach wählen und damit im Zusammenhang ihr Projekt anfertigen. In denen bearbeiten sie als Ergebnis einer gründlichen, selbständigen Forschungsarbeit meist eine ungarndeutsche Tradition oder Sitte und präsentieren es (mit Bildern, Interviews, PPT-Präsentation usw.) vor dem Plenum.
Kostprobe aus den Schüler-Projekten

In den „Tanz und Drama“-Stunden lernen alle Klassen Volkstänze. Die anspruchsvolle Choreographie bzw. unsere „öffentliche-Auftritte-gewohnten-Schüler“ ermöglicht, dass sie in den jährlichen Schwabenbällen bzw. Auftritten auf diversen Veranstaltungen, Festen, Festivals usw. das Publikum mit einem anspruchsvollen Programm unterhalten, die Schule und die Ungarndeutsche Minderheit vertreten. Laut unserer offiziellen Umfrage ist der Schwabenball im Kreise der Schüler eine der beliebtesten Veranstaltungen des Gymnasiums.
Auftritt im Krautfest von Wetschesch

Dank der Musikstunden beherrschen unsere Schüler am Ende des 13. Jahrganges eine breite Palette von deutschen Volksliedern (die sie, wie auch die alten Schüler das beweisen, Jahre später noch können). Dieser Lernprozess beginnt bereits im traditionsbewahrenden Storchenlager, das meistens in Tarian stattfindet, wo die neuen Störche neben dem Tanz- und Liedlernen auch an anderen Nationalitätenprogrammen teil haben.
Die außerunterrichtlichen Programme der Schule basieren zum größten Teil auch auf das Vermitteln der ungarndeutschen Kultur. An den obligatorischen Programmen nehmen alle Schüler teil.
Im und auch außerhalb des Unterrichts sind folgende Programme regelmäßig bei uns aufzufinden: Handarbeit-Programme, Volksmusik und Volkstanz-Beschäftigungen, Filme und Theaterstücke im Thema des Nationalitätendaseins, Besichtigung von Ausstellungen (die sich mit der Geschichte, den Traditionen, der Kunst der Minderheit beschäftigen), Lesungen mit ungarndeutschen Autoren, Teilnahme an Kulturprogrammen der Minderheit.
Unsere Schule hat auch einen Chor, bzw. eine deutschsprachige Theatergruppe (die Kulturelle Offensive), die mit ihren Auftritten die Kultur und die Werte der Minderheit bewahren und verbreiten.
Unser Schulchor im Parlament

Die Kulturelle Offensive (die Theatergruppe unserer Schule) auf der Bühne

Regelmäßige traditionsbewahrende Programme unserer Schule
Es gibt zahlreiche regelmäßige traditionsbewahrende Programme in der Schule bzw. im Schülerwohnheim. Einiges zur Auswahl:
Schwabenball
(mit Einbezug der Eltern und Großeltern, Kuchen nach schwäbischen Rezepten)

Nationalitätenweihnachten
(Bühnenbearbeitung von authentischen ungarndeutschen Weihnachtstraditionen)

Kreativ-interaktives Volkskundecamp
Seit 2014 ist das Volkskundecamp ein bewährtes und populäres Programm, das wir jedes Jahr in authentischer Umgebung, mit abwechslungsreichen traditionsbewahrenden Programmen organisieren. 2014 war Litowr (Liptód), 2015 Hartian (Újhartyán), 2016 Hartau (Harta) das Reiseziel.

Adventskränze binden (mit Einbezug von anderen Nationalitätenschulen)

Schülertag
(mit z.B. Kochen a la Schwäbisch, traditionelle ungarndeutsche Spiele usw.)

Martinstag
(Aufzug mit Laternen, kochen / Kuchen backen)

Autorenlesung
(Einladung von zeitgenössischen ungarndeutschen Autoren)

Deutschsprachiger Landes-Rezitationswettbewerb

Deutschsprachiges Landestheaterfestival

Beliebte und gut gelungene traditionsbewahrende Programme waren auch:
„Schwäbischer Modeschau“ (Volkstracht modernisiert für heutige Jugendliche)

Bänke des Schülerwohnheims bestreichen (mit Hartauer-Muster)

Beziehung zu dem Mutterland
Die Pflege der Beziehungen zum Mutterland bildet einen wichtigen Teil unseres Pädagogischen Programms. Eine gute Form davon ist der – auch pädagogisch fördernde – Schüleraustausch, in dessen Rahmen sich unsere Schüler nicht nur sprachlich und sozial entwickeln, sondern auch in ihrer Identität gestärkt werden. Zurzeit pflegen wir Austauschkontakte mit vier Partnerschulen: mit Frankfurt am Main, Rotenburg an der Wümme, Saarlouis und Darmstadt.
Dem Nationalitätengesetz entsprechend müssen wir das Kennenlernen und das Aneignen der historischen, literarischen, geographischen, kulturellen Werte und Traditionen des Mutterlandes sichern. Der Staat unterstützt die Anstellung von deutschen Gastlehrern, dank dessen arbeitet in unserer Schule auch immer ein Gastlehrer.
Einen weiteren Kontakt mit dem Mutterland bedeutet die Unterstützung von ZfA (Zentralstelle für das Auslandsschulwesen), was auch im Bereich Muttersprache, Literatur, Weiterbildung bedeutend ist.
Unser Gymnasium ist Mitglied des PASCH (Schulen: Partner der Zukunft) – Netzes, dessen Ziel es ist, die Bindung an die deutsche Sprache und Kultur zu stärken.
Ildikó Tápai Direktorin






































